Selbstreflexion
Bin ich selbst narzisstisch?
Viele, die in einer toxischen Beziehung waren, haben diesen Vorwurf gehört:
„Du bist doch selbst narzisstisch!“
Das kann tief verunsichern und Schuldgefühle auslösen.
Auch mich hat es damals tief verunsichert.
Schuldgefühle tauchten auf, ich habe mir unzählige Gedanken gemacht und war mir unsicher.
Ja, ich habe geschrien, wenn er mich angeschrien hat.
Ja, ich habe mich gewehrt, wenn er mich in die Ecke gedrängt hat.
Doch das waren Reaktionen auf Gewalt – kein Beweis für Narzissmus.
Viele Missbrauchsopfer stellen sich später genau diese Frage.
Bin ich selbst narzistisch?
Hier findest du eine kleine Orientierung.
Fragen zur Klarheit
- Kannst du Fehler eingestehen und nach Lösungen suchen, statt die Schuld nur beim anderen zu lassen?
- Bemühst du dich, Konflikte zu klären, auch wenn es schwer ist?
- Hast du Mitgefühl, wenn andere leiden – und das Bedürfnis, etwas zum Besseren zu verändern?
- Fragst du dich: „Wie kommen wir beide weiter?“ – nicht nur: „Wie bekomme ich Recht?“
- Bist du bereit, an dir selbst zu arbeiten, statt Probleme nur im Außen zu sehen?
- Hast du manchmal Schuldgefühle und Zweifel, weil du dich selbst hinterfragst?
- Wehrst du dich, wenn du unfair behandelt wirst – und erkennst trotzdem hinterher deine eigenen Reaktionen?
- Kannst du die Grenzen anderer wahren – auch wenn es dir manchmal schwerfällt?
👉 Wer solche Fragen mit Ja beantworten kann, zeigt Empathie, Selbstreflexion, Lösungsorientierung und Respekt vor Grenzen. Alles Eigenschaften, die Narzissten nicht besitzen.
Fazit
Allein die Tatsache, dass du dir diese Fragen stellst, ist schon ein Gegenbeweis.
Reaktionen auf Verletzungen oder Gewalt sind keine narzisstischen Züge, sondern natürliche Schutzmechanismen.
